Darmstadt gehört zu mir – ich gehöre zu Darmstadt. Hier bin ich geboren und aufgewachsen, hier habe ich studiert und eine Familie gegründet. Hier gehen unsere Kinder in den Kindergarten und ihren Hobbies nach. Als Kind habe ich es geliebt mit Freunden im Sommer ins Hochschulstadion zu gehen, oder mit dem Fahrrad durch den Wald zu fahren und meine Freizeit in der Orangerie zu verbringen. Auch die Darmstädter Kneipen habe ich ausgiebig erkundet. Ich mag die Mischung, die unsere Stadt bietet: groß genug, um alles zu haben, aber kompakt genug, um überall übersichtlich zu sein und kurze Wege zu haben.
"Nimm immer an, dass auch der andere Recht haben könnte", mit diesem Zitat von Volker Bouffier gehe ich in jede Unterhaltung und jede politische Auseinandersetzung. Dabei ist es mir besonders wichtig, meine Überzeugungen nicht zum Standard für alle anderen Menschen zu erheben. Es gibt nicht DIE eine Art zu leben, sondern alle Menschen sollen – innerhalb eines gewissen Rahmens – selbst bestimmen können, wie sie ihr Leben gestalten möchten.
In unserer aktuellen Zeit ist es daher enorm wichtig, eine klare sicht- und hörbare Haltung zu zeigen. Haltung gegen Menschenfeindlichkeit, gegen Verschwörungstheorien, gegen Bevormundung und Gängelung. Ich möchte mich zu jedem Zeitpunkt für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Leben der Nächstenliebe einsetzen. Auch dann, wenn es unpopulär ist oder zu sein scheint.
Mein Glaube gibt mir dabei im Persönlichen, aber vor allem in der Politik Kraft und Orientierung. Als Entscheidungsträger haben wir nicht nur eine Verantwortung für uns selbst, sondern insbesondere für andere Menschen, kommende Generationen und die Gemeinschaft.
Die Zeit mit meinen Eltern hat mir sehr viel gegeben und vermittelt. Mein Vater ist wie ich Bauingenieur und führte sein eigenes Ingenieurbüro. Meine Mutter war Malermeisterin und hatte einen eigenen Malerbetrieb. Von beiden habe ich gelernt, was es bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu tragen. So habe ich mir schon früh ein starkes Pflichtbewusstsein angeeignet und auch die notwendige Empathie und Fürsorgepflicht für andere Menschen entwickelt.
Doch der frühe Tod meiner Mutter hat dann leider unser gesamtes Leben durcheinandergeworfen. Ich habe miterlebt, wie mein Vater im schwierigsten Moment alles übernommen und unsere Familie zusammengehalten hat. Das hat mich letztendlich stark geprägt. Früh musste ich lernen, wie vergänglich leider vieles im Leben ist und dass man manchmal auch die Zähne zusammen beißen und für die Menschen, die einem wichtig sind, durchhalten muss.
Mein Bruder und ich hatten das große Glück, in einem von Fürsorge geprägten Umfeld aufzuwachsen. Oft in geschwisterlicher Rivalität, aus der sich aber auch Verbundenheit entwickelt hat. Unser Leben war zwar an sich traditionell, jedoch dadurch, dass sowohl meine Mutter als auch mein Vater als Unternehmer tätig waren, von modernen Rollenbildern geprägt. Dann, im Jahr 2005 wurde zum ersten Mal eine Frau Bundeskanzlerin. Eine Diskussion, die ich als Kind nicht verstanden habe, da ich meine Mutter als starke und selbstbewusste Frau erlebt habe und daher auch nie Zweifel daran hatte, dass Frauen führen können.
Meine Frau ist das Zentrum unserer Familie. Wir sind nicht nur Ehepartner und Eltern, sondern auch Partner in der politischen Arbeit. Ihre Unterstützung, aber auch Kritik ist Voraussetzung und Antrieb zugleich für mein Arbeiten und mein Wirken. Meine Frau ist meine größte Stütze, aber auch meine größte Kritikerin.
Bei allem Stress und aller Arbeit versuche ich immer auch, der Zeit zu Zweit entsprechenden Raum zu geben. Dieser Ausgleich ist wichtig, denn nur so kann ich im Alltag alles bewältigen.
Ich bin Vater von zwei großartigen Töchtern, mit denen ich jede Sekunde genieße. Sei es der Besuch im Vivarium oder das Spielen im Wohnzimmer oder Garten. Auch an stressigen Tagen versuche ich, jeden Tag ein paar gemeinsame Momente mit ihnen zu verbringen. Ob ich sie nun morgens in den Kindergarten bringe oder abends ins Bett bringe. Auch mit dem Blick als Vater möchte ich einen Beitrag für Familien in unserer Stadt leisten.
Ich mag es immer wieder neue Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen kennenzulernen. Doch mein engster Freundeskreis ist eigentlich seit der Schulzeit unverändert.
In den guten und vor allem in den richtig schweren Zeiten geben mir meine Freunde Halt und Kraft. Wir haben uns alle zwar unterschiedliche Wege für unsere Leben gewählt, aber der Zusammenhalt ist geblieben. Meine Freunde sind eine wichtige Rückkopplung für mich, auch in politischen Fragen. Hier ist es möglich ein direktes Feedback, außerhalb der politischen "Käseglocke", zu bekommen.
Über viele Jahre konnte ich in verschiedenen Funktionen im Baugewerbe arbeiten, als Bauleiter, Projektleiter und zuletzt als Bereichsleiter in einem mittelständischen Unternehmen. Ich habe immer den ehrlichen Umgang im Handwerk geschätzt, die Leute haben direkt und klar miteinander gesprochen. Hat man seine Arbeit ordentlich erledigt, waren die Menschen zufrieden. Hat man seine Hausaufgaben nicht gemacht, gab es ein entsprechendes Feedback. Diese Klarheit im Umgang und dieser Respekt unabhängig von der Herkunft ist gut und ich möchte mir dies auch in Zukunft bewahren